Montag, 10. August 2015

Sommerreihe / Teil 6


Ist das nicht ein schönes Cover der aktuellen brand eins Ausgabe? Die hat nämlich den Schwerpunkt Faulheit.

Ein Leser hatte uns auf die Idee gebracht, und zunächst schien sie allen zu gefallen. Aber dann, als die Faulheit als Thema in die Redaktionskonferenz kam, war die Diskussion unerwartet heftig. Ja, ja, schönes Wort. Aber ein Thema? Für ein ganzes Heft? In dem die Faulheit dann womöglich auch noch gefeiert werden soll? 

Und nun gibt es dieses Heft, das auch in der Bibliothek am Campus Berlin vorhanden ist. Ansonsten kann man die Artikel mit etwas zeitlicher Verzögerung online lesen. http://www.brandeins.de/archiv/

Ein Artikel ist bereits jetzt online freigeschaltet:


Fleißig sind die Guten, faul die Bösen. Das haben wir so gelernt. Doch daran ist etwas faul: Es behindert den Fortschritt.

[ ...] Wir, die emsigen Ameisen einer übermächtigen Arbeitsgesellschaft, haben eine panische Angst davor, an und für sich faul zu sein, denn das führt unmittelbar zu der Frage, was man mit sich selbst anfangen kann. Man muss das so umständlich sagen – an und für sich faul –, damit es keine Missverständnisse gibt, denn die wahre Faulheit ist so selten geworden, dass man sie heute kaum noch zu Gesicht bekommt. Die langsam abklingende Industriegesellschaft war die Ära der Fleißigen – das ist der Wortsinn des lateinischen „industria“. Nach dieser umfassenden Gehirnwäsche in Sachen Eifer gibt es heute im Grunde nur noch zwei Sorten Menschen: die, die sich in ihrem Aktionismus zu Tode arbeiten, und die, die ihre heimliche Leidenschaft aufwendig verschleiern, was auch anstrengend ist. (Autor: Wolf Lotter)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen